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Zugefrorener Gartenteich – Geschlossene Eisdecke vermeiden

Viele Gartenteiche sind zu klein und zu flach, um eine längere Frostperiode unbeschadet zu überstehen. Ein zugefrorener Gartenteich mit geschlossener Eisdecke kann unter Umständen komplett zufrieren. Die Folgen sind nicht nur Fischsterben, auch die gesamte Teichbiologie kann davon betroffen sein.

Zugefrorener Gartenteich - Geschlossene Eisdecke vermeiden

Das passiert unter der Eisdecke - zugefrorener Gartenteich

Mit zunehmender Abnahme der Wassertemperatur reduzieren die Fische im Teich ihren Stoffwechsel und verfallen in eine Winterruhe. Aber nicht nur Fische, sondern der gesamte Teich stellt sich auf die kommenden kalten Wintermonate um.

Unterwasserpflanzen produzieren weniger Sauerstoff und die Teichpflanzen entnehmen dem Wasser keine Nährstoffe mehr.  Viele Wasserorganismen  stellen ihre Arbeit bei einer Wassertemperatur unter ca. 8° C ein. Fast die gesamte Teichbiologie ruht bis zum nächsten Frühjahr.

Gasaustausch im Teich

Im Teich findet das ganze Jahr über ein Austausch von Gasen statt. Kohlendioxid und Faulgase entweichen über das Wasser und Sauerstoff wird vom Teichwasser aufgenommen. Auch im Winter läuft dieser Prozess, wenn auch langsamer, weiter. Am Teichgrund abgelagerter Schmutzeintrag wird kontinuierlich zersetzt und gibt dabei Faulgase frei. Durch eine geschlossene Eisdecke können diese Gase dann nicht mehr entweichen. Durch den Verbleib im Wasser werden die giftigen Anteile von den Fischen aufgenommen. Die Folge sind Vergiftungen und das Ersticken der Teichfische.

Um die Menge von Faulgasen zu reduzieren, sollten Sie daher bereits im Herbst Teichschlamm, abgestorbene Pflanzen und andere Ablagerungen am Teichgrund entfernen.

Sauerstoffmangel durch die Eisdecke

Viele Gartenteiche sind zu klein und zu flach, um lange Vereisungsperioden unbeschadet zu überstehen. Mit zunehmender Dicke der Eisdecke wird auch der im Wasser enthaltene Sauerstoff gebunden und steht damit nicht mehr zur Verfügung. In sehr kalten und langen Wintern ist es möglich, dass die Eisdecke bis zu 40 cm dick wird. Die Folge ist ein komplett zugefrorener Gartenteich.

Für einen wintersicheren Teich wird eine Teichtiefe von ca. 80 cm empfohlen. Diese Empfehlung ist aber nur mit einer ausreichender Grundfläche richtig. Der Teich sollte dann auf einer Fläche von 1 bis 2 m² diese Tiefe erreichen. Nur dann steht den Fischen im Teich ausreichend Platz und Sauerstoff zur Verfügung.

Gasaustausch im Teich sicherstellen

Um den empfohlenen oben beschrieben Austausch von Faulgasen und Kohlendioxid zu ermöglichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Natürlicher Gasaustausch

Lassen Sie Röhrichtarten, wie z.B. Schilf oder Rohrkolben, über den Winter am Teich stehen. Die im Wasser stehenden Halme wirken ähnlich wie Strohhalme. Durch die Beschaffenheit der Halme kann ein Austausch auch bei geschlossener Eisdecke erfolgen. Zudem sind Schilf und Rohrkolben im Winter ein Blickfang am Teich und bieten vielen Teichbewohnern und Insekten einen Platz zum Überwintern.

Entscheiden Sie sich dazu, die Pflanzen zu schneiden, sollten diese etwas 20 cm oberhalb der Wasserfläche geschnitten werden. Der natürliche Gasaustausch ist aber nur bei größeren Beständen von Röhrichtpflanzen empfehlenswert. Einzelne Pflanzen mit wenigen Halmen gewährleisten keinen sicheren Austausch.

Eisfreihalter für den Teich

Eine zuverlässigere Methode, um eine geschlossene Eisdecke zu vermeiden, ist die Verwendung von Eisfreihaltern. Erhältlich sind Eisfreihalter in verschiedenen Ausführungen und für unterschiedliche Teichgrößen.

Styropor Schwimmkörper

Bei diesen Eisfreihaltern handelt es sich um runde oder eckige Schwimmkörper, die auf die Wasserobefläche gelegt werden. Ein Teil des Schwimmkörpers muss unterhalb der Wasseroberfläche sein, um ein Zufrieren des Wassers unter dem Eisfreihalter zu verhindern. Je nach Hersteller und Model werden dazu Kammern mit Sand oder Kies gefüllt oder mit Gewichten, ähnlich einem Anker, am Teichgrund fixiert. Der aufgesetzte Deckel schützt das offene Loch vor Kälte und Wind und verhindert damit das Gefrieren des Wassers. Je nach Hersteller kann zusätzlich auch eine Luftpumpe angeschlossen werden.

In unserem Artikel Eisfreihalter mit Senkkammer finden Sie eine Übersicht mit Vergleich verschiedener Modelle.

Teichbelüfter

Teichbelüfter verhindern eine geschlossene Eisdecke durch die Bewegung des Wasser. Durch einen oder mehrere Strömungssteine, die sich unterhalb der Wasseroberfläche befinden, wird kontinuierlich Luft gepumpt. Die feinen Blasen bewegen das Wasser und verhindern das Zufrieren der Eisdecke. Ein Nachteil dieser Geräte ist, dass durch die Zirkulation die Schichtung des Wassers verhindert wird. In flachen Teichen werden dadurch warme und kältere Wasserschichten vermischt.

Teichheizer

Das Teichwasser wird durch einen Heizstab mit Schwimmkörper lokal erwärmt.  Dadurch bleibt in der Eisdecke eine ausreichend große Öffnung frei. Die freibleibende Stelle ermöglicht den Austausch von Gasen. Diese Eisfreihalter eignen sich für große und auch kleine Teiche. Der Energieverbrauch ist von der Ausstattung und Leistung des Heizers abhängig. Geräte mit integriertem Frostwächter schalten sich abhängig von der Außentemperatur an oder aus.

Den kompletten Teich Eisfrei halten

Abhängig vom Fischbesatz kann es notwendig sein, das Teichwasser konstant auf einer Temperatur zur halten. Hier werden in den Wasserkreislauf eingebundene Teichheizer verwendet. Der Energieverbrauch dieser Heizer ist entsprechend hoch und der Einsatz sollte gut überlegt sein. Eine zusätzliche Isolierung der Wasseroberfläche mit Solar Noppenfolie, Styrodurplatten oder PE-Bällen hilft den Energieverbrauch dieser Geräte zu senken.

Weiterführende Themen: Teiche im Winter

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