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Molchteiche im Garten

Molche besiedeln frisch angelegte Teiche sehr schnell. In ländlichen Gegenden wird es nur wenige Wochen dauern, bis sich die ersten Molche im Gartenteich einfinden und ihr neues Zuhause in Augenschein nehmen. Um Molchen ein dauerhaftes Zuhause zu bieten, ist es Notwendig bei der Gestaltung von Teich und Teichumfeld einige Punkte zu beachten.

Molchteich

Damit sich Molche im Gaten und Gartenteich dauerhaft ansiedeln, sind ausreichend Versteckmöglichkeiten im Teich und am Teichumfeld notwendig. Molche bevorzugen naturnahe Gärten und Gewässer. Für eine sichere Überwinterung brauchen sie zudem ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten außerhalb des Wassers.

Molche im Gartenteich

Finden Molche in einem Gartenteich einen passenden Lebensraum vor, werden sie sich früher oder später im Teich einfinden. Durch Fischbesatz, unzureichende Teichbepflanzung und fehlende Verstecke, kann sich in vielen Teichen keine stabile Molchpopulation aufbauen. Molchlaich und Molchlarven werden von Teichfischen gefressen oder durch Teichpumpen angesaugt. Einige Fische, wie zum Beispiel der Sonnenbarsch, machen auch vor kleineren Jungtieren nicht halt.

Molchteich anlegen und gestalten

Ein Molchteich muss sehr naturnah angelegt sein und über eine flache Uferzone verfügen. Außerdem sollten den Molchen am und im Wasser ausreichend Versteckmöglichkeiten angeboten werden. Für die Fortpflanzung sind feinblättrige Unterwasserpflanzen geeignet. Damit der Molchteich ein stabiles Gleichgewicht aufbauen kann, ist wie bei allen Teichen die richtige Zonierung wichtig. Eine Teichtiefe von ca. 60 bis 80 cm ist für Molchteiche ausreichend. Anders wie bei Fischteichen ist das zufrieren des gesamtem Teiches im Winter nicht schlimm. Molche verlassen den Teich nach der Laichzeit. Jungtiere haben Ihre Entwicklung noch vor dem Frost abgeschlossen und überwintern ebenfalls am Teichumfeld.

Uferzone am Molchteich

Sumpfzone im MolchteichÜber eine flache Uferzone können die Molche den Teich leicht betreten und verlassen. Eine dichte Bepflanzung bietet mit ihren Blättern Schutz vor Fressfeinden. Für die Bepflanzung sind zum Beispiel  Sumpfdotterblumen, Gauklerblumen, Bach-Nelkenwurz oder auch Beinwell geeignet. Bodendeckende Arten wie Pfennigkraut oder Lippenmäulchen bieten ausreichenden Schutz und bilden zudem ein blühendes Teichufer.

Mit Wurzelstöcken, Ästen oder Steinen können an der Uferzone Versteckmöglichkeiten geschaffen werden. Diese nutzen Molche als Ruhezone im flachen Wasser und als Verstecke bei der Nahrungssuche.

Sumpf- und Flachwasser im Molchteich

Molche halten sich gerne in flacheren und sonnigen Gewässern auf. Für die Sumpfzone sind Teichpflanzen wie Zwergrohrkolben, Schwanenblume oder Pfeilblatt geeignet. Mit der Sumpf-Simse, dem Tannenwedel oder dem Wasserdickblatt können Sie einen Übergang von der Sumpfzone zur Flachwasserzone gestalten. Molche nutzen diese Teichpflanzen zudem auch gerne für die Ablage ihres Laichs und wickeln Ihre Eier in die Blätter ein.

In der Flachwasserzone können Hechtkraut, Wasserfeder und Schwimmendes Laichkraut gepflanzt werden. In dieser Zone sollten auch Teichpflanzen wie Hornblatt, Wasserstern, Wasserpest oder Tausendblatt angesiedelt werden. Sie entziehen dem Teich Nährstoffe, bilden Sauerstoff und sind beliebte Laichpflanzen für Molche. Zusätzlich zu Teichpflanzen sollten in flachen Wasserzonen Verstecke mit Steinen und Totholz angelegt werden. Diese bieten den Molchen auch unter Wasser Versteckmöglichkeiten.

Tiefwasserzone Molchteich

Tiefere Bereiche können mit Seerosen oder anderen Schwimmblattpflanzen bepflanzt werden. Sie beschatten den Teich und bieten den Tieren einen natürlichen Schutz vor Fressfeinden. Molche bewegen sich in Teichen mit Schwimmblattpflanzen freier und können besser beobachtet werden.

Fertigteichbecken oder Folienteich

Folienteich für Molche

Mit Teichfolie lassen sich die einzelnen Bereiche und Zonen des Teiches individuell gestalten. Die von den Tieren bevorzugte flache Wasserzone lässt sich mit Teichfolie flexibler und großzügiger anlegen. Durch die geringere Wassertiefe eignet sich bereits Teichfolie mit einer Stärke von 0,5 mm.

Die Uferbereiche werden am einfachsten mit Ufermatten aus Kunststoff angelegt. Durch ihre Struktur finden Molche auch an steilen Teichufern ausreichend Halt, um das Wasser zu verlassen.

Fertigteichbecken

Fertigteichbecken ab einem Wasservolumen von 120 Liter eignen sich bereits für einen kleinen Molchteich. Bei der Verwendung von Teichbecken ist man bei der Gestaltung durch die vorgegebenen Teichzonen allerdings eingeschränkter. Mit zunehmender Größe des Teichbeckens fallen die einzelnen Teichzonen größer aus und bieten mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Die glatte Oberfläche von Teichbecken erschwert aber den Molchen das Verlassen des Wassers. Mit Holz und Steinen können in den flachen Bereichen des Beckens Übergänge gestaltet werden, die den Molchen das betreten und verlassen des Wassers ermöglichen.

Umfeld des Molchteiches

Nach der Laichzeit verlassen Molche das Wasser und kehren in ihren eigentlichen Lebensraum an Land zurück. Ab Juli sind nur noch einzelne Tiere im Wasser zu finden. Die Molchlarven entwickeln sich innerhalb von ca. 3 Monaten und verlassen dann ebenfalls das Wasser. In ihrem Lebensraum an Land bevorzugen Molche feuchte Versteckmöglichkeiten zwischen Steinen, Holz, Staudenpflanzen oder Bodendecker. Auch offene Komposthaufen, Hecken und Natursteinmauern werden von Molchen aufgesucht. Abwechslungsreiche Bepflanzungen mit Sträuchern, Farn oder auch Blütenwiesen sind für Molche ideal. Für die Überwinterung suchen die Tiere frostsichere Verstecke in ihrem Umfeld auf.

Finden Molche im direkten Teichumfeld optimale Lebensbedingungen, halten sie sich in direkter Nähe von ihrem Laichgewässer auf. Der Lebensraum erstreckt sich dann meist in einem Radius von ca. 50 m.

Teichpumpen in Molchteichen

Naturteiche, zu denen auch Molchteiche zählen, werden in der Regel nicht zusätzlich gefiltert. In größeren Naturteichen mit ausreichender Bepflanzung stellt sich ein biologisches Gleichgewicht ein, was keine zusätzliche Filterung benötigt. 

Um die Sichttiefe in Molchteichen zu verbessern, kann auch ein Molchteich mit einem Filter betrieben werden. Bei Teichpumpen besteht allerdings die Gefahr, dass Molche mit den Beinen in die Öffnungen des Filtergehäuses gesaugt werden und ersticken. Um dies zu verhindern verwendet man am besten Teichpumpen, an die ein Vorfilter oder ein Filterkorb angebracht werden kann. Dies verringert zum einen die Strömungsgeschwindigkeit und die Beine der Tiere passen nicht in die kleineren Öffnungen. Ebenso verringert sich für Molchlarven die Gefahr, von der Teichpumpe angesaugt zu werden.

Kleine Molchteiche können mit Unterwasserfiltern gereinigt werden. Anstelle des Teleskoprohrs für die Wasserspiele kann ein passendes Winkelstück angeschlossen und mit einem Schlauch verbunden werden. Das gereinigte Wasser kann z.B. über einen kleinen Bachlauf in den Teich zurückgeführt werden. 

Teichpflege von Molchteichen

Pflegearbeiten an Molchteichen werden am besten im Herbst durchgeführt. Bis dahin hat auch der Molchnachwuchs den Teich verlassen. Teichpflanzen können jetzt zurückgeschnitten werden, ohne dabei versehentlich Tiere zu verletzten. Auch Teichschlamm kann nun abgesaugt werden, ohne dabei Molchlarven einzusaugen. In kleinen Teichen empfiehlt es sich, den Teichschlamm mit Hilfe von Teichschlammentferner zu kontrollieren. Dieser kann von Frühling bis Herbst eingebracht werden, ohne die Tiere zu stören.

Der Rückschnitt von Stauden kann am Teichumfeld liegen gelassen werden und dient den Molchen als Schutz oder Überwinterungsplatz. Die Pflegearbeiten sollten unbedingt vor dem ersten Frost abgeschlossen sein. Aufgeschreckte Molche haben dann noch ausreichend Zeit, sich für die Überwinterung einen neuen Platz zu suchen.

Wissenswertes über Molche

Der natürliche Lebensraum von Molchen hat sich in den letzten Jahrzehnten durch den Menschen sehr verändert. Fischfreie kleine Weiher sind in vielen Gegenden verschwunden. Auch vorübergehende Überschwemmungsflächen, z.B. an Bächen, sind nur noch selten zu finden.

In Mitteleuropa begeben sich die Molche nach dem Frost auf Wanderschaft zu ihrem Laichgewässer. Je nach Region sind bereits schon Ende Februar die ersten Molche im Wasser anzutreffen. Die Laichzeit der Molche beginnt bei einer Wassertemperatur von ca. 8 °C und findet hauptsächlich in den Monaten März und April statt. Nach wenigen Wochen verlassen die ausgewachsenen Tiere das Wasser und kehren in ihren Lebensraum an Land zurück. Die geschlüpften Molchlarven brauchen ca. 3 Monate, bis auch sie den Teich verlassen. Die Körpergröße beträgt dann etwa 3 Zentimeter. Weitere Informationen zum Teichmolch und anderen Molcharten finden Sie auf Wikipedia.

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