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Folienteiche – Welche Teichfolie verwenden?

Waren vor einigen Jahrzehnten Teiche aus Beton die verbreiteteste Art, Gartenteiche zu bauen, verschwinden diese nun nach und nach aus den Gärten. Heute werden die meisten Teiche, unabhängig von der Größe, mit Teichfolie gebaut. Teichbau mit Teichfolie ist sehr einfach und auch für den Laien zu bewältigen. Zudem bietet Teichfolie viel Spielraum bei der Form des Gartenteiches. Somit sind natürlich wirkende Formen sehr gut zu realisieren und man ist nicht auf eine Ovale oder runde Teichform beschränkt.

Folienteiche - Teichfolie

Verschiedene Teichfolien

Folien gibt es aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Stärken. Je nach Beschaffenheit und Stärke der Teichfolie, ist das Verlegen der Folie alleine oder mit wenigen Helfern einfach zu erledigen.

Je nach Anspruch und Größe des Teiches können Sie aus verschiedenen Materialien, aus denen Teichfolie hergestellt wird, wählen. Zu den am meisten verwendeten Folienarten gehört PVC-Teichfolie. Diese lässt sich sehr einfach Verlegen und ist in der Anschaffung am günstigsten. Ebenfalls für den Teichbau angeboten werden PE-Teichfolie oder Teichfolie aus Kautschuk (EPDM-Teichfolie). Im Gegensatz zur PVC-Folie sind Folien aus PE- oder EPDM steifer und schwerer zu verlegen. Sie sind dafür aber stabiler und robuster. 

Teichfolie ist nicht gleich Teichfolie

Folie wird von vielen Herstellern angeboten und mit Begriffen wie z.B. „Fisch- und Pflanzenverträglich“, „UV-Stabil“ oder „Wurzelfest“ im Handel verkauft.
Anders, wie Materialen die z.B. beim Hausbau oder im Gartenbau verwendet werden, ist der Begriff Teichfolie weder geschützt noch durch Zulassungsbestimmungen geregelt. Welche Bestandteile eine Folie enthält und wie deren Zusammensetzung ist, kann der Hersteller alleine festlegen.

Die Qualität lässt sich beim Betrachten der Folie alleine nicht feststellen. Sie sollten daher auf Teichfolien von Herstellern wie z.B. Oase oder Heissner setzen. Diese sind bereits lange am Markt und bieten hochwertige und stabile Folie an. Besonders empfehlenswert ist Teichfolie von Naturagart.

Teichfolien aus Polyvinylchlorid (PVC)​

Die wohl am meisten verwendete und preisgünstigste Folie beim Teichbau ist die Teichfolie aus PVC. PVC-Folien werden in verschieden Breiten im Handel angeboten. Gängig und in fast jedem Baumarkt erhältlich sind die PVC Teichfolien in den Breiten von zwei und vier Meter. Reichen diese Breiten nicht aus, müssen die Folienbahnen vor Ort verklebt werden. Hierzu bietet der Handel auch entsprechenden Kleber an. Da aber das verkleben von Teichfolien auch Risiken birgt und man über eine gewisse Praxis verfügen sollte, kann man sich auch bei Anbietern die Teichfolien in passender Größe bestellen. Oftmals entstehen durch das zusätzliche Verkleben keinerlei Zusatzkosten.

PVC-Teichfolie verlegen

Folien aus PVC lassen sich durch ihre Flexibilität sehr einfach verlegen. Ein einfaches und flexibles Verlegen der Teichfolie ist bereits bei 15 Grad möglich. Angeboten werden die Folien in den Stärken von 0,4 mm bis 2 mm. Bei PVC Folie wird empfohlen, unabhängig von der Teichgröße, immer eine Mindeststärke von 1mm zu verwenden. Bei größeren Tiefen und mehr Wasservolumen sollte auf alle Fälle eine Stärke von 2 mm verwendet werden.

PVC Folien erhalten ihre große Flexibilität durch den in der Teichfolie enthaltenen Weichmacher. Diese Weichmacher entweichen der Teichfolie nach und nach. Zwar werden sämtliche Folien als fisch- und pflanzenfreundlich angeboten, jedoch weiß man nicht, in welchem Umfang die Weichmacher das Wasser belasten. Durch das Entweichen der beigemischten Weichmacher wird PVC-Teichfolie auch in relativ kurzer Zeit starr und brüchig. Je nach Witterung und UV-Strahlung, kann PVC Folie bereits nach 2-3 Jahren brüchig werden.

Sind beim Verlegen der Folie Falten entstanden, was oftmals durch die Teichform vorkommt, besteht hier das Risiko, dass die Folie z.B. bei der Teichpflege im Herbst, beschädigt wird der Teich dadurch Wasser verliert.

PVC-Teichfolie reparieren

Eine ältere, bereits harte, Folie aus PVC lässt sich nur schwierig, wenn überhaupt, reparieren. Dadurch ist auch eine Erweiterung des Teiches nicht ohne weiteres möglich, da ein verkleben von alter Folie mit einer neuen Folie fast unmöglich ist.

Durch ihre geringe UV-Beständigkeit sollte die Folie an allen Stellen im Teich nicht direkt der Sonne ausgesetzt sein.

PE Teichfolien (Polyethylen)

Folien aus PE sind anders wie PVC-Teichfolien, relativ steif und lassen sich daher nicht so einfach verlegen wie Teichfolien aus PVC. Daher ist es auch sehr schwer, die PE-Teichfolie in kleineren Teichen zu verlegen. Ebenso lassen sich mit PE-Folie nur schwer individuelle Teichformen gestalten. PE-Teichfolie eignet sich gut für große und ovale oder runde Teichformen und lässt sich bei einer solchen Teichform auch gut verlegen.

Ein weiterer großer Nachteil der PE-Teichfolie ist, dass sich diese bei Beschädigung nicht reparieren lässt. Durch die chemische Zusammensetzung weisen PE-Folien eine sehr große Stabilität auf. Dadurch aber ist ein Verkleben der Folie unmöglich. Kommt es zu Beschädigungen der PE-Teichfolie ist meist ein kompletter Austausch der Folie notwendig.

Im Allgemeinen wird die PE-Teichfolie als sehr umweltfreundlich eingestuft.

EPDM Folie (Kautschukfolie)

EPDM-Folien werden neben dem Teichbau auch für Dachbepflanzungen oder zur Dachbegrünung eingesetzt. EPDM Teichfolien weisen eine sehr hohe Dehnfähigkeit und Reißfestigkeit auf und sind daher optimal für einen Gartenteich geeignet.

Folien aus EPDM lassen sich ebenso wie PVC-Teichfolien bereits bei Temperaturen um die 15 Grad verlegen. Das Verlegen der Folie ist dennoch nicht so einfach wie die Verlegung einer PVC-Teichfolie. Allerdings passt sich die EPDM-Teichfolie durch ihre hohe Elastizität optimal an die Teichform an. Auch UV-Strahlung kann der EPDM Teichfolie nicht viel anhaben. So bleiben auch Bereiche der Folie, die direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind, flexibel und dehnbar.

Ein Nachteil von EPDM Folie ist, dass diese nicht einfach verklebt werden kann. Zum Verbinden von Folienbahnen müssen diese thermisch verschweißt werden oder mit Klebebändern aus unvulkanisiertem Kautschuk verbunden werden. Beide Maßnahmen sind sehr aufwendig und somit sind individuelle Teichformen sehr teuer.

Ein weiterer großer Nachteil der Folie ist, dass diese durch äußere Einflüsse wie z.B. Reinigung des Teiches an ungeschützten Stellen leicht beschädigt werden kann und eine Reparatur nur schwer durchführbar ist.

Teichfolie verkleben

Folie zu verkleben ist für einen Laien nicht unbedingt einfach. Teichfolien, welche nicht aus PVC bestehen, sind gar nicht oder nur sehr schwer zu verbinden und der geeignete Kleber oder Klebeband ist sehr teuer.

PVC-Folien lassen sich einfacher verkleben. Der in Dosen und flüssiger Form erhältliche Kleber löst die Struktur der Folie auf. Beim Trocknen verschmelzen die beiden Oberflächen. Neue PVC-Folie lässt sich besser verkleben wie ältere, bereits sprödere Folie.

Beim Neuanlegen eines Gartenteiches empfiehlt es sich, die Folie bereits fertig verklebt und in passender Größe zu erwerben. Zu groß ist die Gefahr, dass man als Laie Fehler macht und die Folie dadurch undicht wird. Je nach Anbieter entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten beim Kauf von Folie. Wird ein Aufpreis verlangt, ist dieser in der Regel gering und bestens angelegt.

Teichfolie verlegen

Teichfolie lässt sich bereits bei geringen Temperaturen gut verlegen. Ab 15 Grad Außentemperatur und am besten bei Sonne, lässt sich Folie sehr einfach verlegen. Teichfolie sollte niemals ohne Teichvlies, welches die Folie von unten schützt, in der Teichgrube verlegt werden.

Die Folie kann entweder bei ausreichendem Platz komplett auseinandergefaltet werden und mit zwei Personen über die Teichgrube gezogen werden. Eine weitere Möglichkeit ist, gerade bei wenig Platz, die Folie auszurollen. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass die Teichfolie im Vorfeld von Ihnen in der richtigen Richtung zusammengerollt wurde. Bei einigen Anbietern kann bei der Bestellung von Folie eine „Rollrichtung“ angegeben werden. So ersparen Sie sich das komplette Auslegen und zusammenrollen der Folie bei Ihnen vor Ort.

Beim Verlegen der Teichfolie sollte darauf geachtet werden, dass das Teichvlies nicht verschoben wird und dadurch Schwachstellen für die Folie entstehen. Um dies zu vermeiden, können Sie das Teichvlies außerhalb mit Steinen beschweren, um ein Abrutschen in die Teichgrube zu verhindern. Zudem sollten Falten und Knicke in der Folie vermieden werden, da diese beim Aushärten der Folie die größte Gefahr für Beschädigungen an der Folie darstellen. Müssen Sie zum Anpassen der Folie den Teich betreten, sollten Sie dies nur mit Socken oder Barfuß tun. So vermeiden Sie Schäden an der Folie durch kleine Steine in der Schuhsohle oder der Schuhsohle selbst.

Wasser einfüllen

Ist die Folie fertig verlegt und Falten und Knicke in der Folie entfernt, können Sie damit beginnen, Wasser in den Teich zu füllen. Dabei sollten Sie den Teich erst einmal nur zur Hälfte mit Wasser befüllen. Durch den Wasserdruck senkt sich nun die Teichfolie und passt sich der Teichgrube an. Sollten dadurch noch Falten entstehen, können Sie diese nun noch ausgleichen. Durch den Wasserdruck wird jetzt auch noch ggfls. Teichfolie in den Teich gezogen. Daher sollten Sie die überstehende Teichfolie noch nicht beschneiden oder aber befestigen, da dadurch die Folie zu sehr gedehnt wird.

Auch wenn man natürlich den Teich am liebsten gleich Bepflanzen würde, ist es empfehlenswert, den Teich über Nacht ruhen zu lassen und am nächsten Tag noch einmal die Folie genau zu kontrollieren.

Nun können Sie den Teich komplett mit Wasser befüllen und die Folie bei Bedarf von Falten oder Knicken befreien. Und auch jetzt sollten Sie den Teich über Nacht ruhen lassen und der Folie die Möglichkeit geben, sich anzupassen.

Die überschüssige Folie am Rand sollte aber erst nach einigen Tagen passend geschnitten werden. Die Folie wird sich, wenn auch nur geringfügig, weiterhin absetzten. Schneiden Sie zu früh die Folie, kann die Gefahr bestehen, dass die Teichfolie am Rand zu knapp wird und z.B. nicht mehr für den Bau der Kapillarsperre ausreicht.

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