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Biotopfische – Einheimische Teichfische

Als Biotopfische werden einheimische Teichfische bezeichnet, die sich auch für die Haltung im Gartenteich eignen. Die meisten einheimischen Fische zählen zur den Karpfenfischen. Biotopfische erreichen eine Körperlänge von 5 bis 50 cm, leben gesellig und sollten in Gruppen von mindestens 5 Tieren gehalten werden. Viele Arten können durch Ihre friedliche Lebensweise (Friedfische) und ähnliche Haltungsbedingungen vergesellschaftet werden.

Biotopfische - Einheimische Teichfische
Olaf Nies, CC BY 2.0

Beitrag zum Naturschutz - Biotopfische im Teich

Das austrocknen vieler natürlichen Biotope, zunehmende Wasserverschmutzung und die Ansiedlung gebietsfremder Fische führt zu einer Gefährdung der natürlichen Bestände. Einige Arten sind daher bereits auf der Roten Liste geführt. Zu den gefährdeten Biotopfischen zählen unter anderem Bitterlinge, Gründlinge, Moderlieschen, Elritzen, Bachschmerle und viele weitere Arten. Mit der Haltung von einheimischen Teichfischen leisten Sie dadurch einen Beitrag zum Naturschutz und dem Erhalt dieser Arten

Restlache eines austrocknenden Tümpels
Restlache eines austrocknenden Tümpels (Christian Fischer, CC BY-SA 3.0)

Biotopfische im Gartenteich​

Naturnahe Teiche sind für einheimische Arten am geeignetsten. Dichte Bepflanzung und zusätzliche Unterwasserpflanzen bieten einheimischen Teichfischen Platz zum verstecken und ausruhen. Schwimmblattpflanzen eignen sich für eine teilweise Beschattung des Teiches. Für eine sichere Überwinterung muss der Teich mindestens 60 bis 80 cm tief sein. Verschiedene Teichzonen bieten den Fischen eine optimalen Lebensraum. Im Winter sollte die Wassertemperatur nicht unter 4°C fallen und im Sommer maximal 25°C nicht übersteigen. Höhere Temperaturen senken das Wohlbefinden der Fische. Um einen Sauerstoffmangel zu vermeiden, empfiehlt es sich in heißen Sommern den Teich zusätzlich zu belüften.

Für kleine Biotopfische (bis ca. 10 cm) eignen sich Teiche ab 2000 Litern. Ein Besatz mit 4 bis 6 Fischen pro 1000 Litern erfordert keine zusätzliche Filtertechnik. Für größere einheimische Teichfische sind Teiche mit mindestens 5000 Litern geeignet Eine zusätzliche Filterung des Wassers ist zudem empfehlenswert.

Biotopfische wühlen in Naturteichen gerne in der vorhandenen Schlammschicht nach Nahrung. Wird der Teichschlamm regelmäßig bei der Teichpflege abgesaugt, kann den Fischen eine Wanne mit Sand in den Teich gestellt werden.

Ernährung und Vermehrung von Biotopfischen​

Biotopfische ernähren sich vorwiegend von Wasserinsekten, organischen Rückständen am Teichgrund, Algen oder auch Pflanzentrieben. Eine zusätzliche Fütterung ist in eingelaufenen Teichen nicht notwendig. Bei Bedarf kann mit handelsüblichem Futter für Teichfische zugefüttert werden. Eine Fütterung ein bis zwei mal in der Woche ist dabei völlig ausreichend.

Fühlen sich die Teichfische in Ihrem Umfeld wohl, vermehren sich auch im Gartenteich. Während der Paarungszeit bilden viele männliche Karpfenfische einen Laichausschlag. Dieser ähnelt teilweise der Pünktchenkrankheit und sollte nicht verwechselt werden. Weibliche Biotopfische sind während der Laichzeit fülliger. Bei einigen Arten kommt es zur Revierbildung und zur Verteidigung

Artenübersicht beliebter Biotopfische im Teich​

Übersicht Einheimischer Teichfische mit Tipps und Informationen zur Artgerechten Haltung im Gartenteich.

Viridiflavus - CC BY-SA 3.0

Aland (Orfe,Nerfling)

Der Aland ist aufgrund seiner Körperlänge von 30 bis 60 cm nur für sehr große Teiche geeignet. Außerdem ist der Aland ein Schwarmfisch und sollte in eine Gruppe von 7 bis 10 Fischen gehalten werden. Der Aland ist ein Allesfresser. Darunter fallen auch Kaulquappen, Jungfische und Schnecken. Der Aland ist Pflegeleicht und kann im Winter im Teich verbleiben. Die Wassertemperatur sollte dann 4 bis 6°C nicht unterschreiten. Im Sommer fühlt sich der Aland bis zu einer Wassertemperatur von 25°C wohl.

Bachschmerlen

Bachschmerlen bevorzugen klares Wasser mit starker Strömung. Bei einer Haltung im Teich ist eine zusätzliche Strömungspumpe zu empfehlen. Die Fische erreichen eine Länge von 6 bis 12 cm. Der Bodengrund im Teich besteht idealerweise aus Sand oder feinem Kies, der von den nachtaktiven Bachschmerlen nach Futter durchwühlt wird. Die ideale Wassertemperatur liegt zwischen ca. 4°C und 19°C. Die Teichfische können in Teichen ab 2.000 Litern gehalten werden. Ist der Teich tief genug, können Bachschmerlen im Teich überwintern.

Bitterlinge

Bitterlinge erreichen eine Länge von ca. 10 cm und leben im Schwarm. Im Teich sollten daher mindestens 6 bis 8 Bitterlinge gehalten werden. Geeignet sind Teiche ab einen Volumen von 2000 Litern. Pro 1000 Liter kann man 6 bis 8 dieser Teichfische ohne zusätzliche Filtertechnik halten. Die Wassertemperatur im Teich sollte zwischen 4°C und maximal 25°C betragen.

Bitterlinge ernähren sich von Kleinstlebewesen im Teich, nehmen aber auch Futter für Teichfische problemlos an. Damit sich Bitterlinge im Teich vermehren, sind zusätzlich Teichmuscheln als Besatz notwendig. Bei ausreichender Teichtiefe ist einer Überwinterung problemlos möglich.

Elritzen

Elritzen leben im Schwarmm und brauchen sauerstoffreiches und sauberes Wasser. Für eine Haltung eigenen sich Teiche ab ca. 2000 Liter. Das Wasser sollte mit einem Teichfilter geklärt werden. Sie erreichen eine Länge bis zu 8 cm. Als Besatz im Teich sind mindestens 10 Fische zu empfehlen. Elritzen ernähren sich vorwiegend von kleinen Insekten oder Insektenlarven, fressen aber auch Algen. Elritzen sind auch in verschiedenen Zuchtformen (Regenbogenelritze, Goldelritze) erhältlich. Im Winter können Elritzen bei Teichtiefen ab 80 cm ohne Probleme im Teich gehalten werden.

Gründling
Michal Maňas, CC BY 2.5

Gründlinge

Der Gründling ist ein friedlicher Schwarmmfisch und sollte in Teichen ab 2000 Litern gehalten werden. Für einen Besatz sind 5 bis 10 Fische zu empfehlen. Gründlinge erreichen eine Länge von ca. 10 bis 15 cm und schwimmen vorwiegend auf dem Teichgrund. Auf Futtersuche kommen die Fische aber auch an die Oberfläche oder schwimmen in flacheren Bereichen des Teiches. Als Nahrung bevorzugen Gründlingen Kleintiere wie Insekten oder Würmer. Sie nehmen aber auch problemlos Flockefutter an.Gründlinge leben sowohl in stehenden wie auch fließenden Gewässern. Für eine sichere Überwinterung sollte der Teich eine Tiefe von mindestens 80 cm haben.

Viridiflavus, CC BY 2.5

Moderlieschen

Moderlieschen sind kleine Schwarmfische und sollten nicht unter 10 Tieren im Teich gehalten werden. Sie vertragen Wassertemperaturen zwischen 4°C und 25° und erreichen eine Körperlänge von ca. 6 bis 10 cm. Weibliche Fische werden dabei größer. Im Schwarm halten sie sich überwiegend an der Wasseroberfläche. Moderlieschen ernähren sich von kleinen Insekten und Algen, fressen aber auch Flockenfutter. Gehalten werden sollten diese Teichfische in Teichen ab 2000 Litern. Ab ca. 80 cm Teichtiefe ist eine Überwinterung im Teich ohne Probleme möglich.

Rotfeder
Olaf Nies, CC BY 2.0

Rotfedern

Rotfedern sind Schwarmfische und sollten in Gruppen von 10 Fischen gehalten werden. Wegen Ihrer erreichbare Körperlänge von bis zu 30 cm, sollte der Teich mindestens 5.000 Liter haben. Das Wasser sollte im Winter nicht kälter als 8°C werden. Daher ist ein entsprechend tiefer Teich für die Überwinterung notwendig. Im Sommer fühlt sich die Rotfeder im Wasser bis 20°C wohl. Der Teich sollte zusätzlich dicht bepflanzt sein. Unterwasserpflanzen wie Hornkraut, Wasserpest oder Tausendblatt werden von diesen Fischen gerne angefressen.

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