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Wasserwerte im Teich – Optimale Wasserwerte im Teich

Die richtigen Wasserwerte im Teich sind mitverantwortlich für viele biologische Prozesse im Teich. Gerät einer dieser Werte aus dem Gleichgewicht, kann dies das gesamte Gleichgewicht des Teiches beeinflussen. Die Wasserwerte sollten darum regelmäßig gemessen und kontrolliert werden. Auf welche Werte es dabei ankommt und wie Sie die Wasserwerte messen, erfahren sie in folgendem Ratgeber.

Wasserwerte im Teich

Wasserwerte Tabelle

Übersicht der wichtigsten Wasserwerte im Teich mit Angabe der optimalen Werte.

WasserwerteOptimalMin. WertMax. Wert
pH-Wert7 - 86,58,5
GH-Wert10 - 15 °dH8 °dH18 °dH
KH-Wert6 - 8 °dH5 °dH14 °dH
NH4 (Ammonium)0,0 mg/l0,1 mg/l
NH3 (Ammoniak)0,0 mg/l0,2 mg/l
NO2 (Nitrit)0,05 mg/l0,2 mg/l
NO3 - (Nitrat)bis 30 mg/l30 mg/l
CI2 (Chlor)0,0 mg/l0,1 mg/l

Wie werden Wasserwerte gemessen?

Wasserteststreifen

Um die Wasserwerte im Teich zu messen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am schnellsten geht dies mit Wasserteststreifen. Mit den Teststreifen lassen sich die wichtigsten Wasserwerte (pH, GH, KH, NO3, NO4, CI2) testen. Anhand an einer Farbskala lassen sich die Werte nach dem Eintauchen des Stäbchens ins Wasser ablesen. Um einen schnellen Überblick über die Werte zu erhalten, sind diese Streifen ausreichend. Die Farbzuordnung ist leider nicht immer eindeutig genug um den genauen Wert zu ermitteln. Manchmal muss der passende Wert anhand der Farbskala “geschätzt” werden.

Tropfentest

Tropfentest Wasserwerte

Deutlich genauere Wasserwerte erhalten Sie bei der Verwendung von Tröpfchentests. Zum testen der Wasserwerte wird Teichwasser in eine Küvette gefüllt. Mit der Zugabe von Reagenzflüssigkeit verfärbt sich das Wasser. Der Wasserwert wird entweder durch die Anzahl der Tropfen abgelesen oder anhand einer Farbskala bestimmt. Abhängig ist dies von dem jeweiligen Wert der gemessen wird. Die Ergebnisse sind sehr genau und geben einen guten Überblick über die aktuellen Wasserwerte. Erhältlich sind Tropfentests in Sets mit verschiedenen Wasserwerten oder auch einzeln zum bestimmen eines speziellen Wasserwertes.

Die wichtigsten Wasserwerte im Überblick

Im folgenden finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Wasserwerte im Teich.

pH-Wert (Säure- / Basengehalt)

Der pH-Wert gibt den Säuregrad im Teichwasser an. Ein pH-Wert zwischen 7 und 8 gilt als optimal. Werte zwischen 6,5 und 8,5 liegen innerhalb des empfohlenen Rahmens. Außerhalb dieser Werte ist das Wasser zu basisch oder zu sauer. Niedrige pH-Werte deuten auf saures Wasser hin. Ein hoher Wert deutet auf erhöhte Basen im Wasser hin.

Im Tagesverlauf schwankt der pH-Wert und ist am Abend höher. Nachts geben Wasserpflanzen CO2 (Kohlenstoffdioxid) an das Teichwasser ab, wodurch der Wert sinkt und in den Morgenstunden niedriger ist. Auch Regen oder das Nachfüllen des Teiches mit Leitungswasser können zu Schwankungen des pH-Wertes führen. Das Belüften des Teiches mit einem Teichbelüfter kann den pH-Wert ebenfalls erhöhen. Durch eine Belüftung wird kontinuierlich CO2 aus dem Wasser getrieben.

Ein zu hoher Wert fördert zudem ein vermehrtes Wachstum von Algen. Stark schwankende Werte beeinträchtigen auch das Wohlbefinden Ihrer Teichfische. Um den pH-Wert in Ihrem Teichwasser einschätzen zu können, sollten Sie diesen Morgens und Abends messen. Eine dritte Messung in der Mittagszeit verbessert die Ergebnisse zusätzlich.

Sind die pH-Werte am frühen Morgen niedrig (7 bis 8) und steigen Abends an (bis max.9) ist dies ein Zeichen das Ihre Teichbiologie funktioniert und keine Maßnahmen zur Senkung des pH-Wertes notwendig sind.

Karbonathärte (KH) / Gesamthärte (GH)

Der Härtegrad des Wassers wird in den beiden Werten KH und GH festgestellt. Die Karbonathärte (KH-Wert) gibt den Alkaligehalt des Wasser wieder. Die Menge von gelösten Mineralien im Wasser wird durch die Gesamthärte (GH-Wert) gemessen.

GH-Wert (Gesamthärte)

Calcium (Ca) und Magnesium (Mg) sind ausschlaggebend für den Gesamthärtegrad des Wassers. Andere Erdalkali Metalle sind meist nur in geringer Menge vorhanden und beeinflussen den Wert nur geringfügig.

Der GH-Wert ist mitverantwortlich für funktionierende biologische Prozesse im Gartenteich. Bei Werten unter 7 °dH verlangsamen sich die Prozesse im Teich. Der GH-Wert sollte zwischen 8 – 20 °dH liegen. Ein Härtegrad von 10 – 15 °dH gilt dabei als optimal. Bei diesem Wert ist die Aktivität und Entwicklung von Mikro-Organismen am höchsten und auch Teichpflanzen wachsen in diesem Bereich am besten.

KH-Wert (Karbonathärte)

Ein guter KH-Wert ist wichtig, um Schwankungen des pH-Wertes auszugleichen. Sinkt der KH-Wert im Teich, hat dies immer auch einen steigenden pH-Wert zur Folge. Die Wasserwerte sollten bei 6 bis 10 °dH liegen. Ideal ist ein KH-Wert zwischen 6 und 8 °dH.

Im Herbst und Winter sinkt der KH-Wert, da die Prozesse im Teich abnehmen. Auch in neuen Teichen kann der KH-Wert durch die noch fehlenden Prozesse zu niedrig sein. Der KH-Wert sollte dann erhöht werden.

Giftstoffe im Teich - Weitere wichtige Wasserwerte

Einige Verbindungen, die bei biologischen Prozessen im Teich entstehen, können für den Teich und seine Bewohner giftig sein. Folgende Wasserwerte im Teich sollten daher ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden.

Ammonium und Ammoniak

Ammonium (NH4)

Ammonium ist ein Stoffwechselprodukt, welches von Fischen und anderen Tieren über die Kiemen ins Wasser abgegeben wird. Auch Teichbakterien erzeugen Ammonium. NH4 ist eigentlich ein ungefährlicher Stoff, wird im Teich aber durch natürliche Prozesse in giftiges Ammoniak umgewandelt. NH4 sollte im Teich am besten bei einem Wert von 0,0 mg/l bis 0,1 mg/l liegen. Ein hoher pH-Wert begünstigt die Umwandlung von Ammonium in Ammoniak.

Ammoniak (NH3)

Ammoniak entsteht durch die Umwandlung von NH4. Besonders in dicht besetzten Fischteichen ist die Gefahr von zuviel Ammoniak im Wasser sehr hoch.  Mit Ammoniak vergiftete Fische sterben schnell. Der NH3-Wert im Teich liegt am besten bei 0,0 mg/l. Wasserwerte im Teich über 0,2 mg/l sind bereits zu hoch. Bakterien im Teichfilter wandeln Ammoniak in Nitrit um und weiter zu ungefährlichem Nitrat.

Nitrit (NO2) und Nitrat (NO3)

NO2 (Nitrit)

Nitrit entsteht durch die Umwandlung von Ammoniak im Teichfilter. Gut eingelaufene und ausreichend gefilterte Teiche haben kaum Probleme mit Nitrit, da dieses im Filter durch Bakterien in ungiftiges Nitrat umgewandelt wird. Der NO2-Wert sollte 0,05 mg/l nicht übersteigen. Werte ab 0,2 mg/l können bereits gefährlich werden.

NO3 - (Nitrat)

Nitrat ist für Teichfische relativ ungefährlich und nur in sehr hoher Konzentration schädlich. Nitrat entsteht bei der Zersetzung von Ammoniak in Nitrit. NO3 dient in erster Linie als Pflanzennährstoff, fördert aber auch den Wuchs von Algen. Eine ausreichende Teichbepflanzung beugt einem Algenwachstum vor. Ideal sind NO3-Werte bis 30 mg/l.

CI2 (Chlor)

Chlor ist für alle im Teich lebenden Organismen schädlich und sollte im Teich nicht nachweisbar sein. Chlor gelangt häufig bei einer Neubefüllung oder dem Nachfüllen mit Leitungswasser in den Teich. Der Chlorgehalt im Leitungswasser liegt im Schnitt bei 0,1 bis 0,2 mg/l. Um den CI2 Wert zu senken, gibt es Teichpflegemittel, die Chlor im Wasser neutralisieren.

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